Batteriespeicher (BESS)
Energie & WindBattery Energy Storage System: stationäre Anlage aus vielen Batteriemodulen, meist Lithium-Ionen, mit Wechselrichtern und Steuerung, die Strom aus dem Netz oder aus Wind- und Solarparks zwischenspeichert. Die Sicherheitsanforderungen für netzgekoppelte elektrochemische Speicher beschreibt IEC 62933-5-2 (Edition 2.0, Dezember 2025). Zentrale Gefahren sind Brand, Gasfreisetzung und Thermal Runaway.
Bei SAFETEE: SiGeKo und HSE-Management auf Speicherbaustellen zeigt unsere Seite Batteriespeicher (BESS).
Quelle: IEC 62933-5-2:2025 (Ed. 2.0, 09.12.2025)
Baustellenverordnung (BaustellV)
Recht & RegelwerkVerordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen von 1998. Sie richtet sich an den Bauherrn: Er berücksichtigt die Grundsätze des § 4 ArbSchG schon in der Planung, kündigt größere Baustellen vorab an, lässt einen SiGe-Plan erstellen und bestellt einen Koordinator, sobald Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig werden. Die Verantwortung bleibt beim Bauherrn.
Bei SAFETEE: Die Pflichten aus der BaustellV setzen wir in unserer Sicherheitskoordination um.
Quelle: BaustellV §§ 2, 3 (zuletzt geändert 17.12.2025)
Befahranlage
Energie & WindIm Windkontext der Serviceaufzug im Turm einer Windenergieanlage, mit dem Personal und Material zur Gondel gelangen. Europäische Norm für Aufzüge in Windenergieanlagen ist EN 81-44 (2024). Nutzer brauchen eine Einweisung, etwa nach dem GWO Service Lift Training Standard V5 (02.05.2025); die DGUV Information 203-007 verlangt zudem Qualifikation zur Selbstbefreiung bei Aufzugsstörungen.
Bei SAFETEE: Nachweise für Aufzug und Höhenarbeit prüfen wir vor dem Einsatz, siehe SiGeKo im Windpark.
Quelle: EN 81-44:2024; GWO Service Lift Training Standard V5 (02.05.2025); DGUV Information 203-007
Befahren enger Räume
Praxis & MethodenArbeiten in Behältern, Silos, Schächten und anderen engen Räumen, in denen Sauerstoffmangel, Gase, Stoffe oder eingeschränkte Fluchtwege akut gefährlich werden können. Die DGUV Regel 113-004 (Ausgabe Februar 2019) verlangt dafür festgelegte Maßnahmen, schriftlich in einem Erlaubnisschein oder einer Betriebsanweisung, darunter das Freimessen der Atmosphäre und einen Sicherungsposten.
Quelle: DGUV Regel 113-004, Ausgabe 02/2019
Behavior Based Safety (BBS)
Praxis & MethodenVerhaltensorientierter Ansatz der Arbeitssicherheit, der auf Studien der angewandten Verhaltensanalyse ab 1978 zurückgeht. Geschulte Beobachter erfassen sicheres und riskantes Verhalten, führen Feedbackgespräche und werten die Daten aus, um Hindernisse für sicheres Arbeiten zu erkennen. Kritisch diskutiert wird, wenn BBS die Verantwortung einseitig bei Beschäftigten statt bei Technik und Organisation sucht.
Bei SAFETEE: Wie wir BBS mit Führung und Organisation verbinden, zeigt unsere Seite Behaviour Based Safety. Mehr dazu: Behavior Based Safety auf der Baustelle.
Quelle: Komaki, Barwick, Scott (1978), J. Appl. Psychol. 63(4); IChemE Symposium Series
Beinaheunfall
Praxis & MethodenGefährliche Situation oder Zwischenfall, bei dem nur zufällig kein Personen- oder Sachschaden entstanden ist, etwa ein Stolpern, das ein Geländer im letzten Moment abfängt. Die DGUV empfiehlt, solche Ereignisse zu melden und auszuwerten, weil sie Risiken sichtbar machen, bevor jemand verletzt wird. In ISO 45001 zählen sie zu den Vorfällen (Incidents).
Bei SAFETEE: Auch Beinaheunfälle werten wir aus, siehe Incident Investigation.
Quelle: DGUV, „Fehlerkultur – Noch mal Glück gehabt“ (06/2022); ISO 45001
Betreiberverantwortung (Betreiberhaftung)
Recht & RegelwerkSammelbegriff für die Pflichten dessen, der Anlagen und Arbeitsmittel betreibt. Dazu gehören Gefährdungsbeurteilung (§ 3 BetrSichV) und Prüfungen (§§ 14–16 BetrSichV), die Organisation des Arbeitsschutzes und die Haftung für Schäden Dritter nach § 823 BGB. Aufgaben lassen sich nach § 13 ArbSchG schriftlich auf zuverlässige, fachkundige Personen übertragen; Auswahl und Kontrolle bleiben Führungsaufgabe.
Bei SAFETEE: Wir beraten Betreiber zu Pflichten, Delegation und Organisation: Beratung zur Betreiberhaftung. Mehr dazu: Betreiberhaftung und Organisationsverschulden.
Quelle: §§ 3, 14–16 BetrSichV (18.12.2025); § 13 ArbSchG; § 823 BGB
Betreuungsgruppe (WZ-Kode)
Recht & RegelwerkOrdnet einen Betrieb für die Grundbetreuung nach DGUV Vorschrift 2 einer der Gruppen I, II oder III zu. Maßgeblich ist der Wirtschaftszweig, angegeben als WZ-Kode der amtlichen Klassifikation der Wirtschaftszweige; die DGUV veröffentlicht dazu eine WZ-Liste. Aus Gruppe und Beschäftigtenzahl ergeben sich die jährlichen Einsatzzeiten der Grundbetreuung.
Bei SAFETEE: Den passenden Kode prüft unser Rechner zur DGUV Vorschrift 2 mit.
Quelle: DGUV, WZ-Liste zur DGUV Vorschrift 2 (abgerufen 14.10.2026)
Betriebsanweisung
Recht & RegelwerkSchriftliche, arbeitsplatzbezogene Anweisung des Arbeitgebers, wie Beschäftigte mit einem Arbeitsmittel oder Gefahrstoff sicher umgehen. Sie beschreibt Gefährdungen, Schutzmaßnahmen, Verhalten im Notfall und Erste Hilfe in verständlicher Form und Sprache. Für Gefahrstoffe verlangt § 14 GefStoffV sie ausdrücklich; sie ist zugleich Grundlage der mündlichen Unterweisung.
Quelle: § 14 GefStoffV (zuletzt geändert 17.12.2025); § 12 BetrSichV
Betriebsarzt
Recht & RegelwerkArzt mit arbeitsmedizinischer Fachkunde, den der Arbeitgeber nach § 2 ASiG schriftlich bestellt. Er unterstützt den Arbeitgeber beim Arbeitsschutz und bei der Unfallverhütung in allen Fragen des Gesundheitsschutzes, berät zu Arbeitsplatzgestaltung und Gefährdungen und führt arbeitsmedizinische Vorsorge durch. Krankmeldungen zu überprüfen gehört ausdrücklich nicht zu seinen Aufgaben.
Bei SAFETEE: Wie Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit zusammenwirken, zeigt unsere Seite Betreuung nach DGUV Vorschrift 2.
Quelle: ASiG §§ 2–4 (Fassung vom 20.04.2013); ArbMedVV
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
Recht & RegelwerkVerordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln von 2015. Arbeitgeber beurteilen Gefährdungen vor der Verwendung, auch bei CE-gekennzeichneten Geräten, und legen Schutzmaßnahmen und Prüfungen durch befähigte Personen fest. Überwachungsbedürftige Anlagen wie Aufzüge oder Druckanlagen prüfen zusätzlich zugelassene Überwachungsstellen nach Anhang 2.
Bei SAFETEE: Die Pflichten aus der BetrSichV sind Kern unserer Beratung zur Betreiberhaftung.
Quelle: BetrSichV §§ 1, 3, 14–16 (zuletzt geändert 18.12.2025)
Bradley-Kurve
Praxis & MethodenReifegradmodell der Sicherheitskultur, das seit 1995 von DuPont, heute dss+, verwendet wird. Es beschreibt vier Stufen: reaktiv, abhängig, unabhängig und interdependent, also teamorientiert. Mit jeder Stufe soll die Unfallrate sinken. Die Bradley-Kurve ist ein proprietäres Modell eines Beratungsanbieters und keine Norm; sie eignet sich als Gesprächsanlass, weniger als Messinstrument.
Bei SAFETEE: Wie wir die Bradley-Kurve einordnen, erklärt unsere Seite Sicherheitstechnische Methoden. Mehr dazu: Sicherheitskultur messen und entwickeln.
Quelle: dss+ Bradley Curve, Infografik mit den vier Stufen (Herstellerseite, abgerufen 14.10.2026)