HSE-GLOSSAR

ARBEITSSCHUTZVON A BIS Z.

75 Begriffe aus Recht, Praxis und Windenergie. Kurz erklärt, mit Quelle belegt.
75 Begriffe3 KategorienStand: 14.10.2026
Safe now. Safe tomorrow.
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01
DAS GLOSSAR

WAS ERKLÄRT DAS HSE-GLOSSAR?
Kurz, belegt, verlinkt.

Das SAFETEE HSE-Glossar erklärt 75 Begriffe aus Arbeitsschutz, Baustellenkoordination und Windenergie in je 40 bis 60 Wörtern: von SiGeKo und Gefährdungsbeurteilung über LMRA und Safety-II bis GWO. Jede Definition nennt ihre Quelle, etwa Gesetz, DGUV-Regel, Norm oder Originalautor. Es richtet sich an Bauherren, Betreiber, Projektleitungen und HSE-Fachleute.

Belegt

Jede Definition nennt ihre Quelle: Gesetz, Unfallverhütungsvorschrift, Regel, Norm oder Originalautor mit Ausgabe.

Verlinkt

Wo wir einen Begriff in Projekten anwenden, führt ein Link direkt zur passenden SAFETEE-Leistung.

Aktuell

Berücksichtigt sind unter anderem die Neufassung der DGUV Vorschrift 2 und der geänderte § 22 SGB VII.

02
BEGRIFFE

VON A BIS Z.
Suchen, filtern, springen.

A

Anlagenstillstand (Turnaround)

Energie & Wind

Geplante, periodische Abschaltung einer Industrieanlage, etwa in Raffinerie oder Chemie, um Instandhaltung, Prüfungen und Umbauten gebündelt durchzuführen. Mitunter arbeiten in wenigen Wochen Dutzende Fremdfirmen mit Tausenden Monteuren gleichzeitig. Die BG RCI verweist auf das erhöhte Unfallrisiko der Instandhaltung; Planung, Arbeitsfreigaben und Fremdfirmenkoordination entscheiden über den sicheren Ablauf.

Bei SAFETEE: Die Koordination vieler Fremdfirmen im Stillstand unterstützen wir im Fremdfirmenmanagement.

Quelle: BG RCI, Instandhaltung (Schwerpunktaktion 2023–2024)

Anlagenverantwortlicher / Arbeitsverantwortlicher

Praxis & Methoden

Zwei Rollen bei Arbeiten an elektrischen Anlagen nach DIN VDE 0105-100. Der Anlagenverantwortliche ist für den sicheren Betrieb der Anlage zuständig und erteilt die Erlaubnis zur Arbeit. Der Arbeitsverantwortliche führt die Arbeit vor Ort: Er meldet sie an, unterweist die Beschäftigten und gibt erst nach Anwendung der fünf Sicherheitsregeln frei. Beide Rollen können bei einer Person liegen.

Bei SAFETEE: Beide Rollen werden vor Arbeiten am Netzanschluss benannt, siehe Netzausbau und Umspannwerke.

Quelle: BG ETEM, Glossar Elektrosicherheit, mit Verweis auf DIN VDE 0105-100 (abgerufen 14.10.2026)

Arbeitnehmerüberlassung (AÜG)

Recht & Regelwerk

Ein Arbeitgeber (Verleiher) überlässt Beschäftigte einem Dritten (Entleiher) zur Arbeitsleistung. Nach § 1 AÜG liegt das vor, wenn sie in dessen Arbeitsorganisation eingegliedert sind und seinen Weisungen unterliegen. Im Rahmen wirtschaftlicher Tätigkeit braucht der Verleiher eine Erlaubnis, und die Überlassung ist nur vorübergehend bis zur Höchstdauer zulässig. Davon abzugrenzen sind Dienst- und Werkvertrag.

Bei SAFETEE: Worauf Sie bei der Vertragsgestaltung mit einem HSE-Dienstleister achten, zeigt unser Auswahl-Leitfaden.

Quelle: § 1 Abs. 1 AÜG

Arbeitsfreigabe (Permit to Work)

Praxis & Methoden

Dokumentiertes Verfahren, mit dem gefährliche Arbeiten wie Heißarbeiten, Arbeiten in engen Räumen oder an Energiequellen vor Beginn genehmigt, während der Ausführung überwacht und danach zurückgegeben werden. Der Erlaubnisschein hält Ort, Auftrag, Schutzmaßnahmen, Brandwache, Verantwortliche, Gültigkeitsdauer und Unterschriften fest. Grundlage ist eine Gefährdungsbeurteilung vor Ort.

Bei SAFETEE: Freigabeverfahren für Fremdfirmen richten wir im Fremdfirmenmanagement ein, auf Speicherbaustellen zusammen mit LOTOTO (BESS).

Quelle: HSE UK HSG250 (2005); BG RCI Fachvortrag Erlaubnisschein (2019)

Arbeitsschutzausschuss (ASA)

Recht & Regelwerk

Beratungsgremium, das Arbeitgeber in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten nach § 11 ASiG bilden müssen. Ihm gehören der Arbeitgeber oder ein Beauftragter, zwei Betriebsratsmitglieder, Betriebsärzte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Sicherheitsbeauftragte an. Der Ausschuss berät Anliegen des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung und tritt mindestens einmal im Vierteljahr zusammen.

Bei SAFETEE: Als externe Fachkraft für Arbeitssicherheit nehmen wir am Arbeitsschutzausschuss unserer Kunden teil, siehe Betreuung nach DGUV Vorschrift 2.

Quelle: § 11 ASiG (Fassung vom 20.04.2013)

Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)

Recht & Regelwerk

Das Grundgesetz des betrieblichen Arbeitsschutzes in Deutschland. Es verpflichtet Arbeitgeber, die erforderlichen Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheit zu treffen, ihre Wirksamkeit zu prüfen und eine geeignete Organisation bereitzustellen (§ 3). § 4 legt Grundsätze fest, etwa Gefahren an der Quelle zu bekämpfen. Weitere Kernpflichten sind Gefährdungsbeurteilung, Dokumentation und Unterweisung.

Bei SAFETEE: Wie wir Arbeitgeber bei diesen Pflichten unterstützen, zeigt unsere Leistungsübersicht.

Quelle: Arbeitsschutzgesetz §§ 3–6, 12

Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG)

Recht & Regelwerk

Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit von 1973. Es verpflichtet Arbeitgeber, Betriebsärzte (§ 2) und Fachkräfte für Arbeitssicherheit (§ 5) schriftlich zu bestellen, soweit Betriebsart, Beschäftigtenzahl und Organisation es erfordern. Wie viel Betreuung nötig ist, konkretisiert die DGUV Vorschrift 2 der Unfallversicherungsträger.

Bei SAFETEE: Die sicherheitstechnische Betreuung nach ASiG gehört zu unseren Leistungen: Betreuung nach DGUV Vorschrift 2.

Quelle: ASiG §§ 2, 5 (Fassung vom 20.04.2013)

B

Batteriespeicher (BESS)

Energie & Wind

Battery Energy Storage System: stationäre Anlage aus vielen Batteriemodulen, meist Lithium-Ionen, mit Wechselrichtern und Steuerung, die Strom aus dem Netz oder aus Wind- und Solarparks zwischenspeichert. Die Sicherheitsanforderungen für netzgekoppelte elektrochemische Speicher beschreibt IEC 62933-5-2 (Edition 2.0, Dezember 2025). Zentrale Gefahren sind Brand, Gasfreisetzung und Thermal Runaway.

Bei SAFETEE: SiGeKo und HSE-Management auf Speicherbaustellen zeigt unsere Seite Batteriespeicher (BESS).

Quelle: IEC 62933-5-2:2025 (Ed. 2.0, 09.12.2025)

Baustellenverordnung (BaustellV)

Recht & Regelwerk

Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen von 1998. Sie richtet sich an den Bauherrn: Er berücksichtigt die Grundsätze des § 4 ArbSchG schon in der Planung, kündigt größere Baustellen vorab an, lässt einen SiGe-Plan erstellen und bestellt einen Koordinator, sobald Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig werden. Die Verantwortung bleibt beim Bauherrn.

Bei SAFETEE: Die Pflichten aus der BaustellV setzen wir in unserer Sicherheitskoordination um.

Quelle: BaustellV §§ 2, 3 (zuletzt geändert 17.12.2025)

Befahranlage

Energie & Wind

Im Windkontext der Serviceaufzug im Turm einer Windenergieanlage, mit dem Personal und Material zur Gondel gelangen. Europäische Norm für Aufzüge in Windenergieanlagen ist EN 81-44 (2024). Nutzer brauchen eine Einweisung, etwa nach dem GWO Service Lift Training Standard V5 (02.05.2025); die DGUV Information 203-007 verlangt zudem Qualifikation zur Selbstbefreiung bei Aufzugsstörungen.

Bei SAFETEE: Nachweise für Aufzug und Höhenarbeit prüfen wir vor dem Einsatz, siehe SiGeKo im Windpark.

Quelle: EN 81-44:2024; GWO Service Lift Training Standard V5 (02.05.2025); DGUV Information 203-007

Befahren enger Räume

Praxis & Methoden

Arbeiten in Behältern, Silos, Schächten und anderen engen Räumen, in denen Sauerstoffmangel, Gase, Stoffe oder eingeschränkte Fluchtwege akut gefährlich werden können. Die DGUV Regel 113-004 (Ausgabe Februar 2019) verlangt dafür festgelegte Maßnahmen, schriftlich in einem Erlaubnisschein oder einer Betriebsanweisung, darunter das Freimessen der Atmosphäre und einen Sicherungsposten.

Quelle: DGUV Regel 113-004, Ausgabe 02/2019

Behavior Based Safety (BBS)

Praxis & Methoden

Verhaltensorientierter Ansatz der Arbeitssicherheit, der auf Studien der angewandten Verhaltensanalyse ab 1978 zurückgeht. Geschulte Beobachter erfassen sicheres und riskantes Verhalten, führen Feedbackgespräche und werten die Daten aus, um Hindernisse für sicheres Arbeiten zu erkennen. Kritisch diskutiert wird, wenn BBS die Verantwortung einseitig bei Beschäftigten statt bei Technik und Organisation sucht.

Bei SAFETEE: Wie wir BBS mit Führung und Organisation verbinden, zeigt unsere Seite Behaviour Based Safety. Mehr dazu: Behavior Based Safety auf der Baustelle.

Quelle: Komaki, Barwick, Scott (1978), J. Appl. Psychol. 63(4); IChemE Symposium Series

Beinaheunfall

Praxis & Methoden

Gefährliche Situation oder Zwischenfall, bei dem nur zufällig kein Personen- oder Sachschaden entstanden ist, etwa ein Stolpern, das ein Geländer im letzten Moment abfängt. Die DGUV empfiehlt, solche Ereignisse zu melden und auszuwerten, weil sie Risiken sichtbar machen, bevor jemand verletzt wird. In ISO 45001 zählen sie zu den Vorfällen (Incidents).

Bei SAFETEE: Auch Beinaheunfälle werten wir aus, siehe Incident Investigation.

Quelle: DGUV, „Fehlerkultur – Noch mal Glück gehabt“ (06/2022); ISO 45001

Betreiberverantwortung (Betreiberhaftung)

Recht & Regelwerk

Sammelbegriff für die Pflichten dessen, der Anlagen und Arbeitsmittel betreibt. Dazu gehören Gefährdungsbeurteilung (§ 3 BetrSichV) und Prüfungen (§§ 14–16 BetrSichV), die Organisation des Arbeitsschutzes und die Haftung für Schäden Dritter nach § 823 BGB. Aufgaben lassen sich nach § 13 ArbSchG schriftlich auf zuverlässige, fachkundige Personen übertragen; Auswahl und Kontrolle bleiben Führungsaufgabe.

Bei SAFETEE: Wir beraten Betreiber zu Pflichten, Delegation und Organisation: Beratung zur Betreiberhaftung. Mehr dazu: Betreiberhaftung und Organisationsverschulden.

Quelle: §§ 3, 14–16 BetrSichV (18.12.2025); § 13 ArbSchG; § 823 BGB

Betreuungsgruppe (WZ-Kode)

Recht & Regelwerk

Ordnet einen Betrieb für die Grundbetreuung nach DGUV Vorschrift 2 einer der Gruppen I, II oder III zu. Maßgeblich ist der Wirtschaftszweig, angegeben als WZ-Kode der amtlichen Klassifikation der Wirtschaftszweige; die DGUV veröffentlicht dazu eine WZ-Liste. Aus Gruppe und Beschäftigtenzahl ergeben sich die jährlichen Einsatzzeiten der Grundbetreuung.

Bei SAFETEE: Den passenden Kode prüft unser Rechner zur DGUV Vorschrift 2 mit.

Quelle: DGUV, WZ-Liste zur DGUV Vorschrift 2 (abgerufen 14.10.2026)

Betriebsanweisung

Recht & Regelwerk

Schriftliche, arbeitsplatzbezogene Anweisung des Arbeitgebers, wie Beschäftigte mit einem Arbeitsmittel oder Gefahrstoff sicher umgehen. Sie beschreibt Gefährdungen, Schutzmaßnahmen, Verhalten im Notfall und Erste Hilfe in verständlicher Form und Sprache. Für Gefahrstoffe verlangt § 14 GefStoffV sie ausdrücklich; sie ist zugleich Grundlage der mündlichen Unterweisung.

Quelle: § 14 GefStoffV (zuletzt geändert 17.12.2025); § 12 BetrSichV

Betriebsarzt

Recht & Regelwerk

Arzt mit arbeitsmedizinischer Fachkunde, den der Arbeitgeber nach § 2 ASiG schriftlich bestellt. Er unterstützt den Arbeitgeber beim Arbeitsschutz und bei der Unfallverhütung in allen Fragen des Gesundheitsschutzes, berät zu Arbeitsplatzgestaltung und Gefährdungen und führt arbeitsmedizinische Vorsorge durch. Krankmeldungen zu überprüfen gehört ausdrücklich nicht zu seinen Aufgaben.

Bei SAFETEE: Wie Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit zusammenwirken, zeigt unsere Seite Betreuung nach DGUV Vorschrift 2.

Quelle: ASiG §§ 2–4 (Fassung vom 20.04.2013); ArbMedVV

Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)

Recht & Regelwerk

Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln von 2015. Arbeitgeber beurteilen Gefährdungen vor der Verwendung, auch bei CE-gekennzeichneten Geräten, und legen Schutzmaßnahmen und Prüfungen durch befähigte Personen fest. Überwachungsbedürftige Anlagen wie Aufzüge oder Druckanlagen prüfen zusätzlich zugelassene Überwachungsstellen nach Anhang 2.

Bei SAFETEE: Die Pflichten aus der BetrSichV sind Kern unserer Beratung zur Betreiberhaftung.

Quelle: BetrSichV §§ 1, 3, 14–16 (zuletzt geändert 18.12.2025)

Bradley-Kurve

Praxis & Methoden

Reifegradmodell der Sicherheitskultur, das seit 1995 von DuPont, heute dss+, verwendet wird. Es beschreibt vier Stufen: reaktiv, abhängig, unabhängig und interdependent, also teamorientiert. Mit jeder Stufe soll die Unfallrate sinken. Die Bradley-Kurve ist ein proprietäres Modell eines Beratungsanbieters und keine Norm; sie eignet sich als Gesprächsanlass, weniger als Messinstrument.

Bei SAFETEE: Wie wir die Bradley-Kurve einordnen, erklärt unsere Seite Sicherheitstechnische Methoden. Mehr dazu: Sicherheitskultur messen und entwickeln.

Quelle: dss+ Bradley Curve, Infografik mit den vier Stufen (Herstellerseite, abgerufen 14.10.2026)

D

DGUV Vorschrift 1

Recht & Regelwerk

Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ der gesetzlichen Unfallversicherung, als Mustertext 2013 beschlossen und von jedem Unfallversicherungsträger in Kraft gesetzt. Sie konkretisiert die Unternehmerpflichten: Unterweisung mindestens jährlich (§ 4), Zusammenarbeit mehrerer Unternehmer (§ 6), Sicherheitsbeauftragte, Erste Hilfe sowie Bereitstellung und Benutzung persönlicher Schutzausrüstung.

Bei SAFETEE: Die SAFETEE Academy bietet eine Schulung zur DGUV Vorschrift 1 an.

Quelle: DGUV Vorschrift 1 (Mustertext November 2013)

DGUV Vorschrift 2

Recht & Regelwerk

Unfallverhütungsvorschrift für Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit; sie konkretisiert das ASiG und regelt Umfang und Form der Betreuung. Die Neufassung (Mustertext November 2024) tritt je Unfallversicherungsträger gestaffelt in Kraft, etwa bei BGN und BG RCI zum 01.01.2026, bei der BG BAU zum 01.01.2027. Sie hebt die Schwelle der vereinfachten Regelbetreuung auf 20 Beschäftigte und erlaubt anteilig digitale Beratung.

Bei SAFETEE: Wir übernehmen die sicherheitstechnische Betreuung nach DGUV Vorschrift 2. Mehr dazu: DGUV Vorschrift 2: Neufassung.

Quelle: DGUV Vorschrift 2, Mustertext (Beschluss 28.11.2024), Inkrafttreten je UV-Träger; BG BAU: in Kraft ab 01.01.2027 (abgerufen 14.10.2026)

DIN SPEC 4866 / DIN 4866

Energie & Wind

Regelwerk für Rückbau, Demontage, Recycling und Verwertung von Windenergieanlagen. Die DIN SPEC 4866 erschien im Oktober 2020. Ihre grundlegende Überarbeitung liegt als Norm-Entwurf DIN 4866:2025-11 „Abbruch und Rückbau von Windenergieanlagen“ für Anlagen an Land vor und soll die SPEC ersetzen. Ein Entwurf ist noch nicht verbindlich, zeigt aber den künftigen Stand der Technik.

Bei SAFETEE: Mehr zum Ablauf auf unserer Seite Repowering und Rückbau.

Quelle: DIN Media, DIN 4866:2025-11 (Entwurf, veröffentlicht 26.09.2025); DIN SPEC 4866:2020-10

E

EPC (Generalunternehmer)

Energie & Wind

Engineering, Procurement and Construction: Vertragsmodell, bei dem ein Generalunternehmer Planung, Beschaffung und Errichtung einer Anlage aus einer Hand übernimmt, oft schlüsselfertig (Turnkey). Verbreitet bei Batteriespeichern, Solarparks und Industrieanlagen. Die Bauherrenpflichten nach Baustellenverordnung, etwa die Bestellung des SiGeKo, bleiben beim Bauherrn, soweit er sie nicht ausdrücklich einem Dritten überträgt.

Bei SAFETEE: Wer unter EPC die Fremdfirmen koordiniert, erklärt unsere Seite Batteriespeicher (BESS).

Quelle: FIDIC, Conditions of Contract for EPC/Turnkey Projects (Silver Book), 2nd Edition 2017; § 4 BaustellV

EU-Maschinenverordnung

Recht & Regelwerk

Verordnung (EU) 2023/1230 über Maschinen. Sie ersetzt die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, gilt seit 19.07.2023 als in Kraft und ist ab 20.01.2027 verbindlich anzuwenden. Neu sind unter anderem Anforderungen an Cybersicherheit und an selbstlernende Steuerungen, strengere Verfahren für Hochrisikomaschinen, die digitale Betriebsanleitung und eine Definition der wesentlichen Veränderung.

Quelle: Verordnung (EU) 2023/1230; EU-Kommission, Seite „Machinery“

F

Fachkraft für Arbeitssicherheit (SiFa)

Recht & Regelwerk

Sicherheitsingenieur, -techniker oder -meister, den der Arbeitgeber nach § 5 ASiG schriftlich bestellt. Die SiFa berät Arbeitgeber und Führungskräfte, prüft Anlagen und Verfahren sicherheitstechnisch, begeht Arbeitsstätten, untersucht Unfallursachen und schult Beschäftigte (§ 6 ASiG). Die Verantwortung für den Arbeitsschutz bleibt beim Arbeitgeber; der Umfang der Betreuung folgt aus DGUV Vorschrift 2.

Bei SAFETEE: Unsere Fachkräfte für Arbeitssicherheit übernehmen die Betreuung nach DGUV Vorschrift 2.

Quelle: ASiG §§ 5–7 (Fassung vom 20.04.2013)

Fremdfirmenkoordination

Recht & Regelwerk

Abstimmung der Arbeitsschutzmaßnahmen, wenn Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber an einem Arbeitsplatz tätig sind. § 8 ArbSchG verpflichtet die Arbeitgeber zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterrichtung. Nach § 6 DGUV Vorschrift 1 bestimmen sie bei gegenseitiger Gefährdung eine Person, die die Arbeiten aufeinander abstimmt; bei besonderen Gefahren erhält dieser Koordinator Weisungsbefugnis.

Bei SAFETEE: Wir übernehmen die Koordination im Fremdfirmenmanagement im Werk und auf Baustellen. Mehr dazu: Fremdfirmenkoordination: Pflichten des Auftraggebers.

Quelle: § 8 ArbSchG; § 6 DGUV Vorschrift 1; DGUV Information 215-830 (Ausgabe 07/2026)

Fünf Sicherheitsregeln

Praxis & Methoden

Reihenfolge, mit der vor Arbeiten an elektrischen Anlagen der spannungsfreie Zustand hergestellt und für die Dauer der Arbeit gesichert wird: freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, erden und kurzschließen, benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken. Nach DGUV Vorschrift 3 ist ihre Anwendung der Regelfall, Arbeiten unter Spannung die begründete Ausnahme.

Bei SAFETEE: Wo die Regeln auf der Baustelle greifen, zeigen unsere Seiten Netzausbau und Umspannwerke und Batteriespeicher (BESS).

Quelle: § 6 DGUV Vorschrift 3 mit Durchführungsanweisung; DIN VDE 0105-100

G

Gefährdungsbeurteilung

Recht & Regelwerk

Systematische Ermittlung und Bewertung der Gefährdungen einer Tätigkeit mit den daraus abgeleiteten Schutzmaßnahmen (§ 5 ArbSchG). Einzubeziehen sind unter anderem Arbeitsstätte, Arbeitsmittel, Stoffe, Abläufe, Qualifikation und psychische Belastungen. Ergebnis, Maßnahmen und Wirksamkeitskontrolle sind zu dokumentieren (§ 6 ArbSchG). Sie ist die Grundlage fast aller weiteren Arbeitsschutzpflichten.

Bei SAFETEE: Gefährdungsbeurteilungen erstellen und prüfen wir im HSE-Management im Projekt.

Quelle: §§ 5, 6 ArbSchG

Gestellung (HSE-Manager-Gestellung)

Praxis & Methoden

Praxisbegriff für den Einsatz von Fachpersonal eines Dienstleisters im Projekt des Auftraggebers, etwa eines HSE-Managers. Rechtlich zählt nicht das Wort, sondern die tatsächliche Durchführung: Ist die Person in die Organisation des Auftraggebers eingegliedert und an seine Weisungen gebunden, liegt Arbeitnehmerüberlassung vor; arbeitet der Dienstleister eigenverantwortlich nach Leistungsbeschreibung, handelt es sich um einen Dienst- oder Werkvertrag.

Bei SAFETEE: Wir stellen HSE-Manager als Unternehmen: Wir wählen die Fachkräfte aus, bürgen für ihre Qualität und führen sie fachlich, siehe HSE-Management im Projekt und Auswahl-Leitfaden.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Fachliche Weisungen AÜG (Stand 22.05.2026, gültig ab 01.07.2026)

Grundbetreuung und betriebsspezifische Betreuung

Recht & Regelwerk

Die zwei Teile der Regelbetreuung nach DGUV Vorschrift 2, Anlage 2. Die Grundbetreuung hat feste Einsatzzeiten je Beschäftigtem und Jahr: Gruppe I 2,5, Gruppe II 1,5, Gruppe III 0,5 Stunden, davon je mindestens 20 Prozent für Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit. Den betriebsspezifischen Teil ermittelt der Unternehmer anhand von Auslösekriterien selbst und prüft ihn regelmäßig.

Bei SAFETEE: Unser Rechner auf der Seite Betreuung nach DGUV Vorschrift 2 zeigt die Grundbetreuung für Ihren Betrieb. Mehr dazu: DGUV Vorschrift 2: Einsatzzeiten berechnen.

Quelle: DGUV Vorschrift 2, Anlage 2 (BGN Branchenwissen, abgerufen 14.10.2026)

GWO (Global Wind Organisation)

Energie & Wind

Organisation von Windturbinenherstellern und Betreibern in Kopenhagen, die gemeinsame Trainingsstandards für die Windindustrie festlegt. Am bekanntesten ist das Basic Safety Training (BST) mit fünf Modulen von Erster Hilfe bis Höhenarbeit. Seit dem 10.03.2026 gelten neue Fassungen, etwa BST V20, ART V6 und BTT V11; die Übergangsfrist endete am 10.09.2026. BST, EFA, ART und CoHE werden alle zwei Jahre aufgefrischt.

Bei SAFETEE: Gültige GWO-Nachweise prüfen wir vor jedem Einsatz im Windpark. Mehr dazu: GWO-Standards 2026.

Quelle: GWO, Standard Updates (10.03.2026); GWO Help Centre, When must I renew my GWO training? (10.02.2026)

H

Heinrich-Pyramide

Praxis & Methoden

Modell von Herbert W. Heinrich (Industrial Accident Prevention, 1931): Auf einen schweren Unfall kommen 29 leichte Verletzungen und 300 Ereignisse ohne Verletzung. Daraus entstand die Annahme, wer Kleinereignisse senkt, senkt auch schwere Unfälle. Fred A. Manuele hat 2011 Datenbasis und Übertragbarkeit grundlegend in Frage gestellt; schwere Unfälle haben oft andere Ursachen als leichte.

Bei SAFETEE: Wie wir das Modell einordnen, steht auf der Seite Sicherheitstechnische Methoden.

Quelle: Manuele, F. A.: Reviewing Heinrich. Professional Safety 56(10), 2011, S. 52–61

Heißarbeiten

Praxis & Methoden

Arbeiten mit Zündquellen wie Schweißen, Brennschneiden oder Löten, besonders in Bereichen mit Brand- oder Explosionsgefahr. Für schweißtechnische Arbeiten verlangt die DGUV Regel 100-500 Kapitel 2.26, brennbare Stoffe zu entfernen; wo das nicht reicht, legt eine schriftliche Schweißerlaubnis zusätzliche Maßnahmen fest, etwa Abdecken, Löschmittel, Brandposten während und Brandwache nach der Arbeit.

Bei SAFETEE: Heißarbeiten laufen bei uns über die Arbeitsfreigabe im Fremdfirmenmanagement.

Quelle: DGUV Regel 100-500, Kap. 2.26, Abschnitt 3.8

HGÜ / Konverter

Energie & Wind

Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung: Strom fließt als Gleichstrom bei Höchstspannung, geeignet für lange Verbindungen mit hoher Leistung von Punkt zu Punkt. Konverter an beiden Enden wandeln Wechselstrom in Gleichstrom und zurück. Zur Konverterstation gehören Wechselstromanschluss, Umrichter in der Konverterhalle, Transformatoren und Gleichstromanschluss; die Baustelle verbindet Hochbau, Elektromontage und Arbeiten nahe Hochspannung.

Bei SAFETEE: HSE auf Konverterbaustellen beschreibt unsere Seite Netzausbau und Umspannwerke.

Quelle: Amprion, Konverter und Konverterstationen (abgerufen 14.10.2026)

HOP (Human and Organizational Performance)

Praxis & Methoden

Sicherheitsansatz, der menschliche Fehler als normal betrachtet und die Bedingungen der Arbeit in den Mittelpunkt stellt. Er geht auf das Human Performance Improvement Handbook des US-Energieministeriums (2009) und auf Todd Conklin zurück. Kernideen nach Conklin: Fehler sind normal, Schuldzuweisung ändert nichts, Lernen ist entscheidend, Kontext prägt Verhalten, die Reaktion der Organisation zählt.

Bei SAFETEE: HOP gehört zu den Ansätzen auf unserer Seite Sicherheitstechnische Methoden. Mehr dazu: Safety-II und HOP: Grundlagen.

Quelle: US DOE-HDBK-1028-2009; Conklin, Pre-Accident Investigations (2012) und The 5 Principles of Human Performance (2019)

HSE-Management

Praxis & Methoden

Steuerung von Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz (Health, Safety, Environment) in Unternehmen und Projekten. Der Begriff stammt aus der Praxis und ist nicht genormt; er verbindet typischerweise ein Arbeitsschutzmanagement nach ISO 45001 mit einem Umweltmanagement nach ISO 14001. Dazu gehören Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Begehungen, Ereignisauswertung und Kennzahlen.

Bei SAFETEE: Wir übernehmen HSE-Management im Projekt auf industriellen Großbaustellen.

Quelle: ISO 45001:2018; ISO 14001:2026 (15.04.2026)

HSE-Manager

Praxis & Methoden

Praxisrolle für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt in Unternehmen oder Projekten, gesetzlich nicht definiert. Typische Aufgaben sind Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungen, Begehungen, Ereignisuntersuchungen und Berichte an die Projektleitung. Die gesetzlich geregelte Beratungsrolle ist die Fachkraft für Arbeitssicherheit nach § 6 ASiG; ein HSE-Manager kann sie zusätzlich ausfüllen, wenn er entsprechend bestellt ist.

Bei SAFETEE: Unsere HSE-Manager arbeiten im Projektteam unserer Kunden: HSE-Management im Projekt. Mehr dazu: HSE-Manager auf Großbaustellen.

Quelle: § 6 ASiG (Abgrenzung); Praxisbegriff

I

Incident Investigation

Praxis & Methoden

Systematische Untersuchung von Unfällen und Beinaheunfällen, um die zugrunde liegenden Ursachen zu verstehen und Wiederholungen zu verhindern. HSE UK beschreibt vier Schritte: Informationen sammeln, analysieren, Maßnahmen festlegen und umsetzen. Gute Untersuchungen suchen Ursachen in Technik, Organisation und Arbeitsbedingungen statt Schuldige. In Deutschland gehört die Unfalluntersuchung zu den Aufgaben der SiFa.

Bei SAFETEE: Wie wir Ereignisse zurückspulen und mit Learning Teams auswerten, zeigt unsere Seite Incident Investigation.

Quelle: HSE UK HSG245 (2004); § 6 ASiG

ISO 45001

Recht & Regelwerk

Internationale Norm für Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, erstmals 2018 erschienen und Nachfolger von OHSAS 18001. Sie folgt dem Plan-Do-Check-Act-Zyklus und der einheitlichen ISO-Struktur, ist zertifizierbar und wurde 2024 um Klimaaspekte ergänzt. Eine überarbeitete Fassung hat 2026 die Entwurfsabstimmung durchlaufen; die Veröffentlichung ist voraussichtlich 2027.

Quelle: ISO 45001:2018 + Amd 1:2024; ISO/TC 283 und Zertifizierer zur Revision (Stand 09/2026)

J

Just Culture

Praxis & Methoden

Im EU-Recht „Redlichkeitskultur“: Beschäftigte werden nicht für Handlungen, Unterlassungen oder Entscheidungen bestraft, die ihrer Erfahrung und Ausbildung entsprechen. Grobe Fahrlässigkeit, vorsätzliche Verstöße und destruktives Handeln werden dagegen nicht toleriert. Das Konzept geht auf James Reason zurück und gilt als Voraussetzung dafür, dass Fehler und Beinaheunfälle offen gemeldet werden.

Bei SAFETEE: Meldekultur ist eine Ebene im SAFETEE Culture Modell. Mehr dazu: Sicherheitskultur messen und entwickeln.

Quelle: Verordnung (EU) Nr. 376/2014, Art. 2 Nr. 12; Reason, Managing the Risks of Organizational Accidents (1997)

L

Leading und Lagging Indicators

Praxis & Methoden

Zwei Arten von Arbeitsschutzkennzahlen. Lagging Indicators messen, was bereits geschehen ist, etwa Anzahl und Rate von Unfällen und Erkrankungen. Leading Indicators messen vorbeugende Aktivitäten und deren Wirksamkeit, etwa erledigte Begehungen, gemeldete Beinaheunfälle oder umgesetzte Maßnahmen. OSHA empfiehlt, Leading Indicators SMART zu formulieren und beide Arten gemeinsam zu betrachten.

Bei SAFETEE: Welche Kennzahlen Sicherheitskultur sichtbar machen, zeigt unser Beitrag Sicherheitskultur messen und entwickeln.

Quelle: OSHA 3970, Using Leading Indicators (06/2019)

Learning Team

Praxis & Methoden

Kleine Gruppe aus Beteiligten und Wissensträgern, die nach einem Ereignis, ob gut oder schlecht, ohne Schuldzuweisung untersucht, wie die Arbeit tatsächlich abläuft und was sie erschwert. Ziel ist Lernen aus dem Arbeitsalltag statt Suche nach einem Schuldigen. Das Format stammt aus dem Umfeld von Human and Organizational Performance (HOP) und wurde von Todd Conklin geprägt.

Bei SAFETEE: Learning Teams moderieren wir in der Incident Investigation und erklären sie auf der Seite Sicherheitstechnische Methoden.

Quelle: WorkSafe New Zealand, Guidelines for successful learning teams (abgerufen 14.10.2026)

LMRA (Last Minute Risk Assessment)

Praxis & Methoden

Kurze Risikoprüfung, die Beschäftigte unmittelbar vor Arbeitsbeginn am Einsatzort durchführen. Sie prüft, ob die geplanten Schutzmaßnahmen zur tatsächlichen Situation passen, und schärft das Risikobewusstsein. Das SCC-Regelwerk verlangt ein festgelegtes Verfahren (Checkliste Dokument 003, Frage 2.3); erkannte Risiken und Maßnahmen werden dokumentiert, bei geänderter Tätigkeit wird die LMRA wiederholt.

Bei SAFETEE: Mit der SAFETEE LMRA wird aus einem Baustellenfoto eine strukturierte LMRA. Mehr dazu: LMRA durchführen.

Quelle: VAZ, SCC-Checkliste Dokument 003 (SCC-VAZ 2021, Stand 15.10.2021), Frage 2.3

LOTO / LOTOTO

Praxis & Methoden

Lockout, Tagout, Tryout: Verfahren, mit dem Maschinen und Anlagen vor Instandhaltung von allen Energiequellen getrennt, mit persönlichem Schloss gesichert, gekennzeichnet und auf Energiefreiheit geprüft werden. Geregelt ist es im US-Standard OSHA 29 CFR 1910.147. Ein vergleichbares Ziel verfolgen in der deutschen Elektrotechnik die fünf Sicherheitsregeln der DIN VDE 0105-100.

Bei SAFETEE: LOTOTO für DC- und AC-Seite gehört auf Speicherbaustellen zum Standard, siehe Batteriespeicher (BESS).

Quelle: OSHA 29 CFR 1910.147; DIN VDE 0105-100; BG ETEM

LTIF / TRIR (Unfallkennzahlen)

Praxis & Methoden

Unfallkennzahlen, die Unfälle auf geleistete Arbeitsstunden beziehen. Die TRIR zählt alle erfassungspflichtigen Verletzungen je 200.000 Stunden, das entspricht etwa 100 Vollzeitkräften im Jahr; so rechnet die US-Arbeitsschutzstatistik. Die LTIF zählt Unfälle mit Ausfallzeit, in der Öl- und Gasindustrie je 1.000.000 Stunden. Die Bezugsgröße unterscheidet sich je Quelle und gehört deshalb zu jeder Zahl.

Bei SAFETEE: Wie Kennzahlen in ein Messsystem passen, zeigt unser Beitrag Sicherheitskultur messen und entwickeln.

Quelle: U.S. Bureau of Labor Statistics, Compute nonfatal incidence rates; IOGP, Safety performance indicators (abgerufen 14.10.2026)

N

NEBOSH

Praxis & Methoden

National Examination Board in Occupational Safety and Health: britische Prüfungsstelle, gegründet 1979, die international anerkannte Arbeitsschutzqualifikationen vergibt. Bekannt ist das International General Certificate für Führungskräfte und Einsteiger, eingestuft auf SCQF Level 6, mit überarbeitetem Lehrplan seit Februar 2026. Die Prüfung besteht aus einer Open-Book-Prüfung und einer praktischen Risikobeurteilung.

Quelle: NEBOSH, International General Certificate (Spezifikation 2025)

O

Organisationsverschulden

Recht & Regelwerk

Von der Rechtsprechung geprägter Begriff für Haftung, weil ein Unternehmen seine Abläufe nicht so organisiert hat, dass Pflichten zuverlässig erfüllt werden. Maßstab sind Auswahl, Anweisung und Überwachung der eingesetzten Personen. Gesetzliche Anknüpfungspunkte sind § 130 OWiG zur Aufsichtspflicht mit Bestellung und Überwachung von Aufsichtspersonen sowie § 831 BGB.

Bei SAFETEE: Wie sich Pflichten sauber organisieren und delegieren lassen, klären wir in der Beratung zur Betreiberhaftung. Mehr dazu: Betreiberhaftung und Organisationsverschulden.

Quelle: § 130 OWiG (zuletzt geändert 22.12.2025); § 831 BGB

Organizational Drift

Praxis & Methoden

Schleichende Verschiebung einer Organisation in Richtung ihrer Sicherheitsgrenzen durch viele kleine Entscheidungen, die jede für sich vernünftig erscheinen. Sidney Dekker beschreibt das 2011 als Drift into Failure, aufbauend auf Jens Rasmussen (1997). Verwandt ist Diane Vaughans Normalisierung der Abweichung aus der Analyse der Challenger-Katastrophe (1996).

Bei SAFETEE: Wie Kultur, Führung und Rahmenbedingungen zusammenwirken, beschreibt unser SAFETEE Culture Modell.

Quelle: Dekker, Drift into Failure (2011); Rasmussen, Safety Science 27 (1997)

P

Pflichtenübertragung / Pflichtenkataster

Recht & Regelwerk

Der Arbeitgeber kann zuverlässige und fachkundige Personen schriftlich beauftragen, Arbeitsschutzpflichten in eigener Verantwortung wahrzunehmen (§ 13 Abs. 2 ArbSchG, ebenso § 13 DGUV Vorschrift 1). Auswahl, Ausstattung und Kontrolle der Beauftragten bleiben seine Aufgabe. Ein Pflichtenkataster ist kein gesetzlicher Begriff, sondern die betriebliche Übersicht, wer welche Pflicht übernommen hat.

Bei SAFETEE: Wie Delegation wirksam wird, zeigt unsere Beratung zur Betreiberhaftung. Mehr dazu: Betreiberhaftung und Organisationsverschulden.

Quelle: § 13 Abs. 2 ArbSchG; § 13 DGUV Vorschrift 1

PSA gegen Absturz (PSAgA)

Praxis & Methoden

Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz, etwa Auffanggurt, Verbindungsmittel, Falldämpfer und Anschlageinrichtung. Sie schützt vor tödlichen Gefahren und zählt zur höchsten Risikokategorie III der PSA-Verordnung (EU) 2016/425. Nach § 31 DGUV Vorschrift 1 ist die Benutzung in Unterweisungen mit praktischen Übungen zu vermitteln; zur Anwendung gehört immer ein Rettungskonzept.

Bei SAFETEE: Höhenarbeiten im Windpark koordinieren wir als SiGeKo im Windpark.

Quelle: § 31 DGUV Vorschrift 1; Verordnung (EU) 2016/425; DGUV Regel 112-198/-199

R

RAB 30

Recht & Regelwerk

Regel zum Arbeitsschutz auf Baustellen „Geeigneter Koordinator“, Ausgabe 27.03.2003, die § 3 BaustellV konkretisiert. Ein Koordinator braucht baufachliche, arbeitsschutzfachliche und koordinatorenspezifische Kenntnisse sowie mindestens zwei Jahre Berufserfahrung in Planung oder Ausführung von Bauvorhaben, abgestuft nach Komplexität. Dazu kommen vorausschauendes, gewerkeübergreifendes Denken und soziale Kompetenz.

Bei SAFETEE: Mehr zur Koordinatorenrolle auf unserer Seite Sicherheitskoordination.

Quelle: RAB 30, Ausgabe 27.03.2003 (BArbBl. 6/2003 S. 64)

RAMS

Praxis & Methoden

Risk Assessment and Method Statement: im britischen Bauwesen gebräuchliche Kombination aus Gefährdungsbeurteilung und Arbeitsablaufbeschreibung. Das Method Statement beschreibt Schritt für Schritt, wie eine Tätigkeit sicher ausgeführt wird, und übersetzt die Schutzmaßnahmen der Beurteilung in konkrete Anweisungen für die Ausführenden. RAMS ist ein Branchenbegriff, kein deutscher Rechtsbegriff.

Bei SAFETEE: RAMS der Gewerke fließen in den SiGe-Plan ein, siehe Sicherheitskoordination.

Quelle: HSE UK, Construction – risk assessments and method statements (abgerufen 29.09.2026)

Rechenzentrum (Bauphase)

Energie & Wind

Baustelle für ein Rechenzentrum, geprägt durch einen hohen Anteil technischer Gebäudeausrüstung: Elektro, Kälte, Lüftung, Brandschutz und Notstromversorgung werden parallel montiert, Mittel- und Hochspannungsanlagen sowie Kälteanlagen gehen stufenweise in Betrieb. Sobald Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig sind, bestellt der Bauherr einen Koordinator nach § 3 BaustellV; an elektrischen Anlagen wird nach DGUV Vorschrift 3 grundsätzlich spannungsfrei gearbeitet.

Bei SAFETEE: Mehr zu SiGeKo und HSE-Management beim Bau von Rechenzentren auf unserer Seite Industriebau & Großprojekte.

Quelle: § 3 BaustellV (Stand 29.09.2026); § 6 DGUV Vorschrift 3 (abgerufen 03.10.2026)

Regelbetreuung

Recht & Regelwerk

Betreuungsmodell der DGUV Vorschrift 2 durch Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit. Nach der Neufassung gilt für Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten: Grundbetreuung mit festen Einsatzzeiten (Gruppe I 2,5, II 1,5, III 0,5 Stunden je Beschäftigtem und Jahr, je Profession mindestens 20 Prozent) plus betriebsspezifische Betreuung nach ermitteltem Bedarf. Kleinere Betriebe betreut Anlage 1.

Bei SAFETEE: Unser Rechner auf der Seite Betreuung nach DGUV Vorschrift 2 zeigt die Grundbetreuung für Ihren Betrieb. Mehr dazu: DGUV Vorschrift 2: Einsatzzeiten berechnen.

Quelle: DGUV Vorschrift 2, Anlagen 1–2 (Neufassung, z. B. BGHM Ausgabe 04/2025)

Repowering

Energie & Wind

Ersatz älterer Windenergieanlagen durch neue, meist leistungsstärkere Anlagen am selben Standort. § 16b BImSchG erleichtert die Genehmigung: Geprüft werden nur Anforderungen, die sich gegenüber dem bisherigen Zustand ändern, wenn die neue Anlage innerhalb von 48 Monaten nach dem Rückbau errichtet wird und höchstens das Fünffache ihrer Gesamthöhe entfernt steht.

Bei SAFETEE: HSE für Rückbau und Neubau auf derselben Fläche beschreibt unsere Seite Repowering und Rückbau.

Quelle: § 16b BImSchG (zuletzt geändert 18.06.2026)

Rettungskonzept

Praxis & Methoden

Vorab festgelegte Planung, wie Beschäftigte bei einem Notfall gerettet werden, etwa nach einem Sturz in die PSAgA, aus engen Räumen oder aus einer Windenergieanlage. Es regelt Alarmierung, Rettungsverfahren und -wege, Ausrüstung und Personal. Die DGUV Regel 112-199 (Ausgabe Juli 2022) behandelt Rettungskonzepte; die Wirksamkeit ist vor Arbeitsbeginn zu prüfen.

Bei SAFETEE: Rettungskonzepte sind Teil unserer Koordination im SiGeKo im Windpark.

Quelle: DGUV Regel 112-199 (07/2022); DGUV Information 203-007 (08/2021)

Rückbaupflicht und Sicherheitsleistung

Energie & Wind

Wer eine Windenergieanlage im Außenbereich errichtet, muss sich nach § 35 Abs. 5 BauGB verpflichten, sie nach dauerhafter Aufgabe der Nutzung zurückzubauen und Bodenversiegelungen zu beseitigen. Die Baugenehmigungsbehörde soll das durch Baulast oder auf andere Weise sicherstellen; die Länder verlangen dafür in der Regel eine Sicherheitsleistung, meist als Bankbürgschaft, deren Höhe sich an der installierten Leistung orientiert.

Bei SAFETEE: Was beim Rückbau auf der Baustelle zählt, zeigt unsere Seite Repowering und Rückbau.

Quelle: § 35 Abs. 5 Satz 2 und 3 BauGB; Land Sachsen-Anhalt, Hinweise zur Rückbauverpflichtung und Sicherheitsleistung an WEA (21.06.2005)

S

Safety-I / Safety-II

Praxis & Methoden

Zwei Sichtweisen auf Sicherheit nach Erik Hollnagel. Safety-I versteht Sicherheit als möglichst wenige unerwünschte Ereignisse und lernt vor allem aus Unfällen. Safety-II versteht Sicherheit als Fähigkeit eines Systems, unter wechselnden Bedingungen erfolgreich zu arbeiten, und lernt daher auch aus dem, was täglich gelingt. Beide Sichtweisen ergänzen sich.

Bei SAFETEE: Safety-II ist ein Schwerpunkt unserer Seite Sicherheitstechnische Methoden. Mehr dazu: Safety-II und HOP: Grundlagen.

Quelle: EUROCONTROL, From Safety-I to Safety-II: A White Paper (09/2013)

SCC / SCP

Recht & Regelwerk

SCC steht für Sicherheits Certifikat Contraktoren: ein zertifizierbares Managementsystem für Sicherheit, Gesundheit und Umwelt, das ursprünglich für Kontraktoren der Petrochemie entstand. Grundlage ist die SCC-Checkliste (Dokument 003). Es gibt die Stufen SCC*, SCC** und SCC Petrochemie; SCP ist die Variante für Personaldienstleister. Programmeigner in Deutschland ist der VAZ e. V.

Bei SAFETEE: SAFETEE ist SCC-zertifiziert; was ein Zertifikat bei der Auswahl eines HSE-Dienstleisters aussagt, zeigt unser Auswahl-Leitfaden.

Quelle: VAZ, SCC-VAZ 2021 Programmunterlagen, Dokument 003 (Stand 15.10.2021)

Sicherheitsbeauftragte

Recht & Regelwerk

Beschäftigte, die neben ihrer Arbeit Kolleginnen, Kollegen und Unternehmer beim Arbeitsschutz unterstützen, etwa indem sie auf Mängel und das Benutzen von Schutzausrüstung achten. Seit 29.05.2026 sind sie nach § 22 SGB VII in Unternehmen mit regelmäßig 50 oder mehr Beschäftigten zu bestellen, zuvor ab mehr als 20. Der Betriebs- oder Personalrat wird beteiligt.

Quelle: § 22 SGB VII (Fassung 2026, in Kraft 29.05.2026); § 20 DGUV Vorschrift 1

Sicherheitsklima / NOSACQ-50

Praxis & Methoden

Gemeinsame Wahrnehmung der Beschäftigten, welchen Stellenwert Sicherheit im Arbeitsalltag tatsächlich hat; anders als die tiefer liegende Sicherheitskultur ist es per Befragung messbar. Verbreitet ist der Nordic Safety Climate Questionnaire NOSACQ-50 (Kines u. a. 2011): 50 Aussagen in sieben Dimensionen, drei zur Wahrnehmung des Managements, vier zur Wahrnehmung der Belegschaft, mit internationalen Vergleichswerten.

Bei SAFETEE: Wie wir Klima und Kultur messen, zeigt unser Beitrag Sicherheitskultur messen und entwickeln.

Quelle: Kines et al. (2011), International Journal of Industrial Ergonomics 41(6), 634–646; NFA Dänemark, NOSACQ-50

Sicherheitskultur

Praxis & Methoden

Gesamtheit der Merkmale und Haltungen in einer Organisation und bei ihren Menschen, die Sicherheit den Vorrang geben, der ihrer Bedeutung entspricht. Geprägt hat den Begriff die INSAG der Internationalen Atomenergiebehörde nach Tschernobyl (INSAG-1, 1986); die Definition steht in INSAG-4 (1991). Die DGUV spricht von Kultur der Prävention: wie selbstverständlich Sicherheit und Gesundheit mitgedacht werden.

Bei SAFETEE: Mit dem SAFETEE Culture Modell entwickeln wir Sicherheitskultur in drei Ebenen. Mehr dazu: Sicherheitskultur messen und entwickeln.

Quelle: IAEA INSAG-1 (1986), INSAG-4 (1991); DGUV, Kultur der Prävention (28.11.2025)

SiGe-Plan

Recht & Regelwerk

Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan nach § 2 Abs. 3 BaustellV. Er ist zu erstellen, wenn Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber auf der Baustelle tätig sind und eine Vorankündigung nötig ist oder besonders gefährliche Arbeiten nach Anhang II anfallen. Er enthält die anzuwendenden Arbeitsschutzbestimmungen und besondere Maßnahmen für diese Arbeiten; der Koordinator erstellt ihn und passt ihn an.

Bei SAFETEE: Den SiGe-Plan erstellen und pflegen wir im Rahmen der Sicherheitskoordination.

Quelle: § 2 Abs. 3, § 3 Abs. 2 BaustellV (zuletzt geändert 17.12.2025)

SiGeKo

Recht & Regelwerk

Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator nach § 3 BaustellV. Der Bauherr bestellt ihn, sobald Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber auf der Baustelle tätig werden. In der Planung koordiniert er die Arbeitsschutzmaßnahmen, erstellt den SiGe-Plan und die Unterlage für spätere Arbeiten; in der Ausführung überwacht er die Anwendung und passt den Plan an.

Bei SAFETEE: Wir übernehmen die SiGeKo-Rolle auf Baustellen und in Windparks: Sicherheitskoordination. Mehr dazu: SiGeKo: Pflicht, Aufgaben, Kosten.

Quelle: § 3 BaustellV (zuletzt geändert 17.12.2025)

STOP-Prinzip

Recht & Regelwerk

Merkformel für die Rangfolge der Schutzmaßnahmen: Substitution, technische, organisatorische und zuletzt persönliche Maßnahmen. Die Formel selbst steht nicht im Gesetz, fasst aber die Grundsätze des § 4 ArbSchG zusammen: Gefahren an der Quelle bekämpfen, Technik und Organisation verknüpfen und individuelle Schutzmaßnahmen nachrangig einsetzen. International heißt das Prinzip Hierarchy of Controls.

Quelle: § 4 ArbSchG

T

Thermal Runaway

Energie & Wind

Thermisches Durchgehen einer Batteriezelle: Eine überhitzte oder beschädigte Lithium-Ionen-Zelle setzt Wärme frei, die benachbarte Zellen schädigt, sodass eine Kettenreaktion entsteht. Auslöser sind etwa interne Kurzschlüsse, mechanische Schäden, extreme Temperaturen oder falsches Laden. Folgen sind Brände, Explosionen und giftige Gase wie Fluorwasserstoff; für Großspeicher adressiert IEC 62933-5-2 diese Gefahr.

Bei SAFETEE: Wie wir Brandschutz, Lagerung und Montage auf Speicherbaustellen zusammenführen, zeigt unsere Seite Batteriespeicher (BESS).

Quelle: OSHA Fact Sheet FS-4480, Lithium-ion Battery Safety (01/2025)

Toolbox Talk

Praxis & Methoden

Kurze Sicherheitsbesprechung vor Ort, meist vor Arbeitsbeginn, zu genau einem Thema wie Leitern, Heben oder Absturz. HSE UK beschreibt sie als kurze Präsentation für die Belegschaft zu einem einzelnen Arbeitsschutzaspekt. Im deutschen Regelwerk ist der Begriff nicht definiert; die Unterweisung nach § 12 ArbSchG und DGUV Vorschrift 1 ergänzt er, ersetzt sie aber nicht.

Bei SAFETEE: Toolbox Talks gehören zum Alltag unserer HSE-Manager, siehe HSE-Management im Projekt.

Quelle: HSE UK, Toolbox talks (aktualisiert 10.08.2022)

U

Umspannwerk

Energie & Wind

Knotenpunkt im Stromnetz, der verschiedene Spannungsebenen verbindet, etwa 380 und 110 Kilovolt, und Erzeugungsanlagen wie Windparks an das Netz anschließt. Herzstück ist der Transformator; dazu kommen Schaltfelder, Leistungsschalter, Sammelschienen und Schutztechnik. Arbeiten an solchen Anlagen folgen DIN VDE 0105-100 mit Anlagen- und Arbeitsverantwortlichem und den fünf Sicherheitsregeln.

Bei SAFETEE: HSE auf Umspannwerks- und Konverterbaustellen beschreibt unsere Seite Netzausbau und Umspannwerke.

Quelle: TransnetBW, Umspannwerke (Broschüre); DIN VDE 0105-100; BG ETEM

Unfallanzeige

Recht & Regelwerk

Meldung eines Arbeitsunfalls an den Unfallversicherungsträger nach § 193 SGB VII. Sie ist Pflicht, wenn Versicherte getötet oder so verletzt werden, dass sie mehr als drei Tage arbeitsunfähig sind. Der Unternehmer erstattet sie binnen drei Tagen, nachdem er von dem Unfall erfahren hat; der Betriebs- oder Personalrat unterzeichnet die Anzeige mit.

Bei SAFETEE: Was nach der Meldung kommt, zeigt unsere Seite Incident Investigation.

Quelle: § 193 Abs. 1, 4 und 5 SGB VII

Unterlage für spätere Arbeiten

Recht & Regelwerk

Dokument, das der Koordinator nach § 3 Abs. 2 Nr. 3 BaustellV in der Planungsphase zusammenstellt. Es enthält die Angaben zu Sicherheit und Gesundheitsschutz, die bei späteren Arbeiten an der baulichen Anlage zu berücksichtigen sind, etwa Wartung, Reinigung oder Instandsetzung. Konkretisiert wird es durch die RAB 32 (Ausgabe 27.03.2003); es geht an den Bauherrn.

Bei SAFETEE: Die Unterlage stellen wir in der Sicherheitskoordination für den Bauherrn zusammen.

Quelle: § 3 Abs. 2 Nr. 3 BaustellV; RAB 32 (27.03.2003)

Unternehmermodell

Recht & Regelwerk

Alternative bedarfsorientierte Betreuung nach DGUV Vorschrift 2 (Anlage 3) für kleinere Betriebe. Statt fester Einsatzzeiten nimmt der Unternehmer selbst an Motivations- und Informationsmaßnahmen teil und entscheidet auf Basis der Gefährdungsbeurteilung, wann er Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit hinzuzieht; bei besonderen Anlässen ist das Pflicht. Die Beschäftigtengrenze legt der jeweilige Unfallversicherungsträger fest.

Bei SAFETEE: Ob Regelbetreuung oder Unternehmermodell passt, zeigt unsere Seite Betreuung nach DGUV Vorschrift 2. Mehr dazu: DGUV Vorschrift 2: Einsatzzeiten berechnen.

Quelle: DGUV Vorschrift 2, Anlage 3 (Auszug BGN, abgerufen 14.10.2026)

Unterweisung

Recht & Regelwerk

Pflicht des Arbeitgebers, Beschäftigte über Gefährdungen und Schutzmaßnahmen an ihrem Arbeitsplatz zu informieren (§ 12 ArbSchG). Sie erfolgt bei Einstellung, bei neuen Aufgaben, Arbeitsmitteln oder Technologien und vor Aufnahme der Tätigkeit. Nach § 4 DGUV Vorschrift 1 wird sie mindestens einmal jährlich wiederholt und dokumentiert; bei Leiharbeit unterweist der Entleiher.

Bei SAFETEE: Erstunterweisungen und Toolbox Talks auf der Baustelle gehören zum HSE-Management im Projekt.

Quelle: § 12 ArbSchG; § 4 DGUV Vorschrift 1

V

Vorankündigung

Recht & Regelwerk

Meldung einer Baustelle an die zuständige Arbeitsschutzbehörde nach § 2 Abs. 2 BaustellV. Sie ist nötig, wenn die Arbeiten voraussichtlich länger als 30 Arbeitstage dauern und dabei mehr als 20 Beschäftigte gleichzeitig tätig werden oder der Umfang 500 Personentage überschreitet. Sie geht spätestens zwei Wochen vor Einrichtung ein und hängt sichtbar auf der Baustelle aus.

Bei SAFETEE: Die Schwellen prüfen wir zu Beginn der Sicherheitskoordination.

Quelle: § 2 Abs. 2 BaustellV (zuletzt geändert 17.12.2025)

W

WINDA

Energie & Wind

Globale Trainingsdatenbank der Windindustrie, betrieben von der Global Wind Organisation. Trainingsanbieter tragen dort abgeschlossene GWO-Kurse ein, Teilnehmende sehen den verifizierten Status und die Gültigkeit ihrer Zertifikate, und Arbeitgeber prüfen vor dem Einsatz, ob die erforderlichen Schulungen vorliegen. Jedes Modul erhält einen eigenen Datensatz, auch jede Auffrischung.

Bei SAFETEE: Vor dem Einsatz im Windpark prüfen wir die Nachweise in WINDA, siehe SiGeKo im Windpark.

Quelle: GWO, WINDA (abgerufen 29.09.2026); GWO, Standard Updates (10.03.2026)

Work-as-Imagined / Work-as-Done

Praxis & Methoden

Begriffspaar aus dem Safety-II-Ansatz. Work-as-Imagined ist die idealisierte Vorstellung der Arbeit in Plänen, Verfahren und Anweisungen unter Normalbedingungen. Work-as-Done ist das, was Menschen in der konkreten Situation tatsächlich tun, einschließlich sinnvoller Anpassungen an wechselnde Bedingungen. Sicherheit verbessert, wer die Lücke zwischen beiden kennt und ernst nimmt.

Bei SAFETEE: Die Signatur unserer Seite Sicherheitstechnische Methoden zeigt genau diese Lücke.

Quelle: EUROCONTROL, From Safety-I to Safety-II (09/2013)

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FAQ

HÄUFIGE FRAGEN ZUM GLOSSAR.

Wofür ist das SAFETEE HSE-Glossar gedacht?

Es erklärt Fachbegriffe aus Arbeitsschutz, Baustellenkoordination und Windenergie kurz und belegt. Bauherren, Betreiber, Projektleitungen und Beschäftigte finden schnell die Bedeutung eines Begriffs, die maßgebliche Quelle und, wo passend, die Leistung von SAFETEE dazu.

Wie aktuell sind die Definitionen?

Die Definitionen haben den Stand 29.09.2026 und wurden am 14.10.2026 geprüft und ergänzt; jeder Eintrag nennt in der Quelle sein Ausgabe- oder Abrufdatum. Jede Aussage wurde gegen Gesetzestext, DGUV-Regelwerk, Norm oder Originalquelle geprüft. Ändert sich eine Vorschrift, passen wir den Eintrag an und aktualisieren das Datum.

Ersetzt das Glossar eine Rechtsberatung?

Nein. Die Einträge fassen Vorschriften und Methoden verständlich zusammen und verweisen auf die Quelle. Maßgeblich ist immer der aktuelle Wortlaut der Vorschrift. Für die Anwendung auf Ihren Betrieb oder Ihr Projekt beraten wir Sie gern.

Was ist der Unterschied zwischen SiGeKo und Fachkraft für Arbeitssicherheit?

Der SiGeKo koordiniert nach Baustellenverordnung den Arbeitsschutz auf einer Baustelle mit mehreren Arbeitgebern und wird vom Bauherrn bestellt. Die Fachkraft für Arbeitssicherheit berät nach ASiG dauerhaft einen Arbeitgeber in dessen Betrieb.

Was bedeutet HSE?

HSE steht für Health, Safety, Environment, also Gesundheit, Sicherheit und Umwelt. Der Begriff ist international gebräuchlich und nicht genormt; in der Praxis verbindet er meist Arbeitsschutzmanagement nach ISO 45001 mit Umweltmanagement nach ISO 14001.

Was hat sich 2026 bei DGUV Vorschrift 2 und Sicherheitsbeauftragten geändert?

Die Neufassung der DGUV Vorschrift 2 tritt je Unfallversicherungsträger gestaffelt in Kraft und hebt die Schwelle der vereinfachten Regelbetreuung auf 20 Beschäftigte. Sicherheitsbeauftragte sind nach § 22 SGB VII seit 29.05.2026 in Unternehmen mit regelmäßig 50 oder mehr Beschäftigten zu bestellen.

Kann ich einen Begriff vorschlagen?

Gern. Schreiben Sie uns über die Kontaktseite, welcher Begriff fehlt. Wir prüfen Quelle und Relevanz und ergänzen das Glossar bei der nächsten Aktualisierung.

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KONTAKT

BEGRIFF FEHLT ODER FRAGE OFFEN?
Wir erklären es Ihnen am Projekt.

Schreiben Sie uns, welcher Begriff fehlt oder wie ein Thema auf Ihre Baustelle oder Ihren Betrieb zutrifft. Auf unserer Kontaktseite finden Sie die passenden Ansprechpartner für jede Leistung.

Safe now. Safe tomorrow.